Startseite | Cookies | Kontakt | Impressum | Haftungsausschluss

Filderkraut- eine regionale Spezialität!

Das Filderkraut ist eine regionale Spitzkohlart, welche tradtionsgemäß auf der Filderebene zwischen Esslingen und Stuttgart angebaut wird. Nur Spitzkohl von den Fildern darf sich Filderkraut nennen, denn diese Kohlart ist herkunftsgeschützt. Filderkraut ist ein fein rippiger Weißkohl dessen Kopf spitz zuläuft.
Der Spitzkohl gehört zu der Familie der Kreuzblütler. Sein botanischer Name ist Brassica oleracea. Im Vergleich zu anderem Weißkohl ist der Kopf des Spitzkohls lockerer, mit einer zarten Blattstruktur. Seine weiß-grünen Blätter sind mit einer feinen Wachsschicht überzogen, die ihnen einen leichten Glanz verleiht. Wegen seiner Druckempfindlichkeit wird der Spitzkohl, wie vor hunderten von Jahren, auch heute noch mit der Hand geerntet. Das bekannte Schwabenkraut eignet sich ausgezeichnet zur Herstellung von Sauerkraut. Das hier produzierte Sauerkraut ist wegen seines feinen Geschmacks eine Delikatesse.

Spitzkohl von den Fildern

Spitzkohl wird normalerweise von Ende September bis Ende Oktober geerntet. Die ersten Sorten sind sehr zart in der Struktur. Sie haben ein starkes Aroma. Daher sollte man den jungen Spitzkohl nur 2-3 Tage im Kühlschrank lagern und schonend zubereiten. Der frühe Kohl eignet sich besonders gut zur Zubereitung von Krautsalat. Nach der Krauternte, am 3. Wochenende im Oktober, feiert man seit 1979 auf den Fildern das Krautfest. Mit ca. 40.000 Besuchern ist dieses Event, in Leinfelden-Echterdingen die größte Krautveranstaltung in Deutschland.

Der fruchtbare Lößboden der Fildern, ist die perfekte Grundlage um das Kohlgemüse anzubauen. Historiker gehen davon aus, dass diese Kohlart eine Züchtung aus dem Kloster Denkendorf ist. Die Mönche verbreiteten das Gemüse regional weiter. Zunächst brachte man die Kohlköpfe von den Fildern mit Pferdewagen zu den umliegenden Märkten, um sie dort zu verkaufen. Mit der Einführung der Eisenbahn, (Filderbahn) Ende des 19. Jahrshunderts konnte man die Kohlköpfe im größeren Stil vermarkten.

Spitzkohl in Echterdingen

Filderkrautfest 2011

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden auf den Fildern einige kleinere Krautfabriken. Auch ihnen kam die Bahnlinie zu gute. Die Bauern taten sich zusammen. So wurde 1930 die erste Krauthalle gebaut. Dort lagerte man das Kraut im Herbst ein. Der große Vorteil: In der Zeit des Überangebots viel der Preis nicht und man konnte bis nach Weihnachten frisches Kraut anbieten. Mit der Entstehung der Sauerkonserven in den 50-ziger Jahren, entfiel die beispielhafte Selbstvermarktung des Kohls. Der Bau mehrere Sauerkrautfabriken gab der Filderregion Aufschwung. So stieg auch der Kohlanbau. Um Ihre Position zu stärken gründeten die Bauern eine Absatzgenossenschaft. In den 70-ziger Jahren gab es in auf den Fildern über 10 Sauerkrautfabriken. Das Sauerkraut aus dem Landkreis wurde Deutschlandweit vermarktet. Doch die Stimmung wurde bald getrübt, die Sauerkrautfabriken verlangten jetzt nicht mehr den traditionellen Spitzkohl, sondern bestanden auf runden Weißkohl. Dieser konnte besser durch die Maschinen verarbeitet werden. Außerdem stellte man fest, dass sich der runde Weißkohl wesentlich länger lagern lässt. So wurde der Anbau von Spitzkohl weitestgehend vom Rundkohl abgelöst. Heute wird auf den Fildern auf ca. 250 ha Kraut angepflanzt. Es gibt einige Krauthallen und drei Krautfabriken.

  Freizeit Esslingen (C) 2011 - 2016 - Alle Rechte vorbehalten. Das Ferien- und Freizeitportal für den Landkreis Esslingen.